Sonntag, 15. Mai 2016

Glitzerkram, Zitatesammlung

Glitzerkram„Tante Elviras Familie sieht auf uns herab, weil wir nicht so reich sind wie sie. Wir sehen auf Elviras Familie herab, weil keiner von ihnen einen Funken Allgemeinbildung besitzt. Sandra schämt sich für Norberts Eltern aufgrund ihres Dialekts und für meine Eltern aufgrund ihres Kleidungsstils. Meine Eltern schämen sich für Sandra, weil sie diesen zur Kahlköpfigkeit neigenden Vollpfosten geheiratet hat. Was Norberts Eltern denken, wissen wir nicht, weil keiner von uns ihren Dialekt versteht. Kollektiv sehen wir alle auf Norbert und seinen Bruder hinab, weil sie unsagbar dumm sind. Und Norbert bemitleidet uns, weil die Frauen bei uns arbeiten müssen und sich nicht mit Leib und Seele um den Haushalt kümmern können. Ich glaube, das war’s. Ach nein, da ist ja noch mein Cousin Patrick, der immer Pätrick genannt werden will. Er ist schwul, will das aber nicht zugeben, obwohl es sogar schon die Oma weiß.“

Auszug aus: Mara Winter. „Glitzerkram / Roman.“ iBooks, S. 181


 „Das mit dem Fitnessstudio klappt auch nicht so. Das Problem ist, dass man da immer wieder hingehen müsste, dabei ist einmal doch schon schrecklich genug.“

Auszug aus: Maren Winter. „Glitzerkram / Roman.“ iBooks, S.196

Sonntag, 7. Februar 2016

Stilblüten

In der Schule:
"Er war Englischlehrer. Also war es sehr wahrscheinlich, dass er eine Waffe hatte."   (S. 15)
 
Familie und Co:
"Kurzerhand fuhren meine Eltern ins Adoptionshaus, um mir eine Schwester zu besorgen."   (S. 23)

Shitt happens:
"Die Familie plant eine Beerdigung, aber sie hat keine Leiche zum Begraben."   (S. 43)

Dein Freund und Helfer:
"Die Polizisten stellten drei Haare sicher und brachten diese sofort zur Autopsie."   (S. 55)

Ordokrafih:
"Sie arbeitete als Brotsituierte."   (S. 61)

Alles logisch, oder was?:
"Sie gingen zusammen in den Schlafsack und küssten weiter. Mehr passierte nicht, weil sie ja aufeinander lagen."   (S 69)
Tierisches:
"In Todesangst fing die Mausfrau mit dem Käseunser an."  (S. 110)

Was es nicht alles gibt:
"Nachdem er den Berg bestiegen hatte, wurde der Berg schwanger."   (S. 125)

Unterwegs:
"Der Flug dauerte ungefähr vierzen Stunden. Weil Gusti Durchfall hatte, mussten sie alle zwanzig Minuten landen."   (S. 137)

Mörderisch und makaber:
"Prinz Charles lag am am Boden und seine Lebensgefährten, seine zwei Ohren, daneben."   (S. 145)

Schlusssätze:
"Die Schlacht bei Morgarten endete ohne Zwischenfälle."   (S. 159)
"PS: Ich bin dann noch schwanger."   (S. 163)

Mittwoch, 20. Januar 2016

Zitatesammlung

"Du kannst es dir nicht vorstellen. Ich bin mitten im Wald im Land der Bekloppten."
"Eine hübsche Definition für Frankreich."

S. 72


"Ja...die letzten Male, damit kenne ich mich aus. Aber du bist noch zu jung, um das Leben aus diesem Blickwinkel zu betrachten. Ich rate dir, Manon, dein Herz nur an die ersten Male zu hängen."

S. 184


"Das Einzige, was ein alter Mann tun kann, um einem jungen Menschen zu helfen, ist, ehrlich zu ihm zu sein und ihm das Wenige mitzugeben, was er weiss, auch wenn sein Stolz darunter leiden sollte. Vergiss nie: Ein Erwachsener ist nur ein älter gewordenes Kind."

S. 261


"Ohne Angst gibt es keine Weiterentwicklung. Sehen Sie sich diesen Trottel Addison an, der sich vor nichts fürchtet."

S. 298


Blakes Mund klappte weit auf. Hätter er eine Prothese getragen, dann wäre sie jetzt ganz sicher herausgefallen.

S. 382


"Monsieur Blake, ich habe für Sie eine gute und eine schlechte Nachricht."
"Ich dachte, Sie mögen dieses Spiel nicht."
"Jetzt schon."

S. 392

Donnerstag, 17. September 2015

Montag, 12. Januar 2015

Dumm wie Brot

"Der Hund griste wieder. Er war auffallend schön und dumm wie Brot. Das Huhn war ebenfalls kein Stephen Hawking. Es hätte schliesslich jederzeit unter der Veranda hervor kommen können."

Aus:
Von:
Kristan Higgins

S. 97

Dienstag, 7. Oktober 2014

Männer


"In jener Nacht nahmen unsere neuen Ehemänner uns schnell. Sie nahmen uns ruhig. Sie nahmen uns sanft, aber fest, und ohne ein Wort zu sagen. Sie glaubten, wir seien die Jungfrauen, die die Heiratsvermittler ihnen versprochen hatten, und sie nahmen uns mit grösster Behutsamkeit. Sag Bescheid, wenn es wehtut. Sie nahmen uns flach auf dem Rücken liegend auf dem nackten Boden des Minute Motel. Sie nahmen uns in der Innenstadt, in zweitklassigen Zimmern des Kumamoto."

Aus: Wovon wir träumten (S. 29)
Von: Julie Otsuka